Tonleiter / Skala für Gitarre

Ein Einstieg in die Tonleitern der Gitarre

Tonleitern sind für einen Gitarristen, der gerne auch das ein oder andere Solo spielt, vermutlich das wichtigste Grundwerkzeug. Solltest du vorher mal irgendwo über den Begriff Skala gestolpert sein, so kann ich dir sagen, dass dieser von der englischen Bezeichnung für Tonleiter, nämlich scale, kommt.

Nun gut und wozu brauch ich jetzt die Tonleitern?

Tonleitern sind für einen Musiker so etwas ähnliches wie Wortschatz für einen Journalisten. Als Musiker bedient man sich einer Tonleiter um sich auszudrücken, aus der Tonleiter heraus bildet man seine musikalischen Sätze und teilt sich anderen mit.

Aber was genau ist denn eine Tonleiter nun?

Theoretische Grundlage einer Tonleiter

Eine Tonleiter umfasst immer eine bestimmte Anzahl an Tönen. Diese Töne sind je nach Art der Tonleiter unterschiedlich definiert in ihren Beziehungen zueinander. Zunächst einmal wird der tiefste Ton einer Tonleiter als Grundton bezeichnet. Von diesem Grundton aus leiten sich die anderen Töne der Tonleiter ab. Auch steht der Grundton immer im Namen der Tonleiter. Der Grundton der A-Moll Tonleiter ist also A.

Die meisten europäischen Tonleitern sind auch für das Tonintervall von einer Oktave definiert, sodass der höchste Ton der A-Moll Tonleiter auch wiederum das A ist, aber eben eine Oktave höher als der Grundton.

Sobald man den Grundton einer Tonleiter hat, bauen die weiteren Töne der Tonleiter darauf auf, denn je nach Art der Tonleiter, sind die Abstände zu den Folgenden Tönen genau definiert. In diesem Fall kann man wirklich von einer Leiter sprechen:

Wenn wir also bei dieser Leiter auf die erste Stufe den Grundton setzen und auf die oberste Stufe den um eine Oktave erhöhten Grundton so haben wir den Tonumfang, nämlich die Oktave, definiert. Um nun herauszukriegen wie und vorallem wo die Stufen dazwischen sind, müssen wir die Eigenschaften der Tonleiter kennen.

Die nächste Eigenschaft einer Tonleiter ist die Anzahl der Töne, die sich in diesem Umfang von einer Oktave befinden. In wesentlichen gibt es hier 4 verschiedene Versionen. Die beiden bekanntesten sind die Heptatonik (griech. „Siebentönigkeit“) bei der sich zum Beispiel die normalen Moll- und Dur-Tonleitern ergeben. Desweiteren gibt es die Pentatonik (griech. Penta = fünf) bei der sich die Pentatoniken ergeben, die vorallem in Blues-Musik eingesetzt werden.
Die Hexatonik (griech Hexa = sechs) und die Chromatik (griech. Chroma = Farbe) sind zwei weitere Vertreter dieser Systeme. Hierbei gibt es in der Hexatonik sechs Töne im Tonumfang der Tonleiter und in der Chromatik wird die Oktave in zwölf Töne unterteilt.

Dur und Moll wie denn das?

Kommen wir nun kurz zum Tongeschlecht der beiden Tonleitern, die ich dir gleich auf der Gitarre zeigen möchte. Das wären die Dur/Moll-Tonleiter und die Dur/Moll-Pentatonik.

Dur/Moll sage ich ganz bewusst, da jede Tonart eine parallele besitzt und man somit eigentlich nur Moll oder nur Dur lernen kann und sich daraus die Parallelen ergeben. So ist  A-Moll die Parallele zu C-Dur und das Tonleitermaterial ist identisch. Lediglich der Grundton ist eben unterschiedlich. Allerdings geht das jetzt etwas zu weit in die Theorie. Wenn du dir merkst, dass jede Moll-Tonleiter gleichzeitig auch eine Dur-Tonleiter ist, kannst du mit ein wenig Hilfe im Internet ganz schnell die Parallelen raussuchen und hast die gewünschte Tonleiter. Im weiteren bleiben wir mal bei Moll-Tonleiter und Moll-Pentatonik, um einheitlich die Tonabstände zu erklären

Stufen der Tonleitern

In der Moll-Tonleiter, sind die Abstände zwischen zwei Stufen der Tonleiter immer Ganztöne mit zwei Ausnahmen. Zwischen der 2. und 3. Stufe und zwischen der 5. und 6. Stufe sind jeweils Halbtonschritte.

Und was heißt das jetzt für mich auf der Gitarre?

Nun die Gitarre ist in Halbtonschritten aufgebaut. Wenn du einen Bund höher greifst, greifst du einen Halbton höher.

Wenn wir jetzt das System der Tonleiter auf der Gitarre auf nur einer Saite anwenden kann man sehr schön die Abstände einer Tonleiter verfolgen. Wir betrachten mal nur die A-Saite und bilden auf ihr die A-Moll Tonleiter. Grundton der A-Moll Tonleiter ist das A und das erhalten wir wenn wir die Saite leer anschlagen. Nun habe ich gesagt sind die Abstände zwischen einem und dem nächsten Ton einer Moll-Tonleiter fast immer Ganztöne.

Wenn wir nun nach diesem System anfangen erhalten wir den zweiten Ton der A-Moll Tonleiter, das B, im zweiten Bund auf der A-Saite, also einen Ganzton, das sind zwei Bünde, vom A entfernt. Der nächste Schritt ist bereits einer der beiden Halbtonschritte, wir bewegen uns vom B nur einen Bund höher zum C, also in den dritten Bund.

Nun folgen zwei Ganztonschritte. Zunächst vom C zum D, in den fünften Bund und von dort zum E in den siebten Bund. Dann erfolgt der zweite Halbtonschritt nämlich vom E zum F.  Wenn du das ganze jetzt auf deiner Gitarre mitgemacht hast, befindest du dich im 8. Bund auf der A-Saite. Nun erfolgen noch zwei Ganztonschritte, nämlich vom F zum G, und vom G zum letzten Ton dem A. Somit befindest du dich jetzt im 12. Bund auf der A-Saite und hast gerade die Töne einer A-Moll Tonleiter gespielt.

Wenn du die Pentatonik erstellen willst, musst du genau das gleiche, jedoch lässt du die Töne der Halbtonschritte weg, also die zweite und die sechste Stufe und schon hast du die A-Moll Pentatonik. Ziemlich kompliziert, und da das ganze noch komplizierter wird sobald man mehrere Saiten nimmt, gibt es spezielle Systeme mit denen man hier arbeitet, sogenannte Pattern.

Pattern der einfache Weg Tonleitern zu Lernen

Ich will dir kurz erklären wie ein Pattern aufgebaut ist, damit du im folgenden mit den Bildern etwas anfangen kannst, die dir die A-Moll Pentatonik in 5 verschiedenen Patterns auf dem Griffbrett zeigen und die A-Moll Tonleiter, die in 6 verschiedenen Patterns aufgezeigt wird.

Zunächst einmal bedeutet jede Stelle an der ein Kreis ist, dass sich an dieser Stelle auf dem Griffbrett der Gitarre ein Ton der Tonleiter befindet. Wo genau das Punkt auf dem Griffbrett zu finden ist kannst du anhand der kleinen römischen Ziffern an den Saiten an den Rändern ablesen, die dir die Zahl des Bundes geben. Die Ziffern in den Kreisen geben dir einen Hinweis mit welchem Finger sich dieser Ton gut greifen lässt.

Die Eins steht für den Zeigefinger, die zwei für den Mittelfinger, die drei für den Ringfinger und die vier, du kannst es dir sicher denken, für den kleinen Finger. Die schwarz ausgefüllten Kreise bedeuten, dass dieser Ton der Grundton ist. In dem Fall der A-Moll Pentatonik weißt du also, dass überall wo ein schwarzer Punkt auf dem Griffbrett ist, ein A liegt.

Transponieren

Und was mach ich wenn ich nicht A-Moll sondern E-Moll brauche?

Nun dann transponierst du, das ganze Pattern. Zunächst suchst du dir raus wie groß das Intervall zwischen A und E ist und dann verschiebst du alles dementsprechend.

Wenn du vom E zum A hoch gehst sind es insgesamt fünf Halbtonschritte, dieses Intervall nennt man Quarte. Wenn du von A zum E hochgehst sind es insgesamt sieben Halbtonschritte, auch Quinte genannt. Du kannst dir jetzt also aussuchen, ob du das Pattern, das du gerade verwendest gerne fünf Halbtöne tiefer oder sieben Halbtöne höher spielen willst. Mit ein bisschen üben kriegt man das Verschieben sehr einfach hin, wenn man weiß wo im Pattern der Grundton liegt und man das Pattern vom alten zum neuen Grundton verschiebt.

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Ein Gedanke zu “Tonleiter / Skala für Gitarre

  1. Ein sehr gut und ausführlich geschriebener Artikel, dass einzige was ich hier vermisse ist der Quintenzirkel und eine Erklärung welche Auswirkung eine “härtere” Spannung der Saiten hat. Trotzdem weiter so!

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