Konzertreview / Sunrise Avenue Unplugged

Ich freue mich heute einen neuen Gastautor auf Guitarguy begrüßen zu dürfen. Vorhang auf für Moritz.
Rödelsee im Ausnahmezustand. Man durfte Donnerstagabend sicherlich zu Recht fragen, ob das beschauliche Dorf je so viele Gesichter auf einmal zu sehen bekommen hat. Hunderte Menschen – teils von weit her angereist – folgten dem Ruf von Radio Gong und füllten den Rödelseer Winzerkeller, der eigentlich dazu angetan ist, nicht nur feuchtfröhliche Weinfeste zu beherbergen. Das nahm sich die finnische Band SUNRISE AVENUE zu Herzen und heizte zwischen Moskau und Wien auch dem hiesigen, sehr gemischten Publikum des Event-Konzerts ordentlich ein.

Lange musste gewartet werden und schließlich hatte bestimmt auch der letzte im Keller verstanden: Die Jungs sind nicht nur im Radio eine große Nummer sondern können sich scheinbar auch live einiges leisten. Belohnt wurde dann die Masse mit einer unplugged-Version des aktuellen Albums “PopGasm” - und das gar nicht mal schlecht!

Zwar muss man ehrlicher Weise sagen, dass die Stimme des Frontsängers Samu sich schon nach ein-zwei Songs als wenig spektakulär entpuppt und den sehr poppigen Songs des neuen Albums einiges an Tiefe im Vergleich zu Ohrwürmern wie “Fairytale Gone Bad” oder “Wonderland” fehlt… doch wurde das ein Stück weit durch den Akkustik-Auftritt relativiert. Auch wenn weiterhin auf E-Bass und Keyboard gesetzt wurde – vor allem der Leadgitarrist Riku und sein Kollege am “Klavier” Jukka zeigten in fast jazzigen Soli, was sie wirklich können! Schade, dass dieses offensichtliche Bedürfnis, sich auch an kompliziertere, spannungsgeladene Harmonik und vertracktere Rhythmik zu wagen, außer in einem bisher nicht veröffentlichten Werk, nicht mehr ausgebaut wurde. Stattdessen: Viel flaches Gedümpel im Einheitsbrei der Radioballaden. “Wildes”, in Rockermanier gehaltenes  Gespringe kann da auch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das neue Album der Sunrise Avenue wohl eher die zärterbesaiteten Teeniefans anspricht, als hohe Wogen bei anspruchsvollerem Publikum zu schlagen!

Nachdem die Stimmung mit dem Hit “Fairytale Gone Bad” auf den Höhepunkt gebracht und spätestens hier fast alle zum Mitsingen annimiert wurden, hatten die Finnen wohl Gefallen am Charme der fränkischen Landluft gefunden. Sie folgten dem Chor nach “Zugabe” all zu gerne und performten fleißig weiter. Auch wenn einige schon früher Frischluft suchten, der letzte Titel hatte sich noch einmal gelohnt!

Wer sich jetzt ärgert, dass ihm dieses Unplugged Konzert entgangen ist, der hat noch die Möglichkeit Karten für den 27.3 in München zu kaufen. Dies ist dann auch vorerst das letzte Konzert der Band in Deutschland.

Song der Woche / You re a God

Auch diese Woche habe ich wieder einen coolen Track in meiner Musiksammlung für euch und eure Gitarre gefunden. Ich weiß nicht wer unter euch Vertical Horizon kennt? Ich glaube der Leseranteil ist eher gering. Die Band stammt aus Washington D.C. und machen seit 1992 rockig poppige Musik. Eine Singelauskopplung aus ihrem 2. Album war dieser Song. Enjoy it …

Künstler: Vertical Horizon
Schwierigkeitsgrad: Mittel (Anschlag ist ein bisschen knifflig)
Übungsbereiche: Gesang, Anschlag
Tabs und Noten: You’re a god

Einfacher sommerlicher Song für die gesanglich nicht so starken unter uns.

Song der Woche / Sunshine of your Love

Mitten im allwöchentlichen Wahnsinn findet man immer wieder durch Zufall neue/alte Schmuckstücke, so sprang meine Genius Playlist von den Hives auf Cream und bescherte mir mal wieder einen Ohrwurm der sich gewaschen hat. Der Song geschrieben von Jack Bruce, Pete Brown und Mr. Slowhand wurde im Dezember 1967 veröffentlicht. Ich habe euch mal eine Akustik Version des Songs herausgesucht:


Künstler: Cream (Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker)
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Übungsbereiche: Anschlag, Singen & Spielen, Solopart
Tabs und Noten: Sunshine of your love Tab

Schaut euch vorallem das Solo mal an (ist in dem Video nicht enthalten) Clapton ist wirklich genial. Viel Spass beim Rocken!

Lostprophets / The Betrayed

Ein Album auf das ich unter anderem sehenlichst gewartet habe ist diesen Januar endlich erschienen. Seit dem letzten Album ist einige Zeit vergangen und es gab bisher nicht allzuviel zu hören von der Band,
die 1997 in Cardiff gegründet worden ist.

Geschichte:
Zu Beginn ihrer Karriere war die Band ein wichtiger Bestandteil der waliser Hardcore-Szene. Ganz nach dem Motto ohne fleiß kein Preis traten sie auf sehr vielen Festival-Konzerten auf. In dieser Phase der Stilfindung (sie experimentierten viel mit Instrumenten und Soundverfahren entdeckte sie das Musikmagazin Kerrang. Auf einem nachfolgenden durch die Zeitschrift veranstalteten Konzert kam die Band in Kontakt mit dem Musiklabel Visible Noise.

Im Februar 2000 war der Plattenvertrag unterzeichnet und im Juli wurde das erste Album The Fake Sound of Progress veröffentlicht (Aufnahme Budget für das Album waren 5000 Pfund!).
In den folgenden Jahren spielte die Band als Vorband bei eingen Musikalischen Rockgrößen (Deftones, LinkinPark) und konnte sich so einen Namen machen. Auch die Studioarbeit wurde fortgesetzt so, dass sie 2003 die erste Single Burn Burn veröffentlichen konnten.



Album
Natürlich ist es nie einfach vorausgegangene äußerst gelungenen Alben zu übertreffen, der Erwartungshaltung des Publikums gerecht zu werden und scheinbar hatte die Band auch einige Probleme damit (was auch die lange Produktionszeit erklären würde). Herausgekommen ist eine Zusammenfassung. Die Band durchlebt auf diesem Album ihre gesamte musikalische Entwicklung mit harten rockigen Gitarren-Klängen in Titeln wie Destryr Destryr die deutlich die Wurzeln der Band wiederspiegeln, bis zu den leicht poppigen rockigen Songs z.B. Dirty Little Heart, welche den Charakter der letzten beiden Alben aufgreifen.

Das Album braucht mehrere Hördurchläufe um zu wirken und absolute EarwormingSingels wird man hier vergeblich suchen. Höhepunkt der Trackauswahl ist der Song Where We Belong der durch Eingängigkeit und einen wirklich gelungenen Text glänzt.

Live
Immoment ist die Band wieder on-the-road. Live hat die Band bisher wirklich überzeugt wer sich das ganze mal genauer ansehen will dem lege ich nahe eines der Konzerte zu besuchen!

- Wiesbaden 14.4 / Kulturzentrum Schlachthof ev.
- Berlin 18.4.2010 / C-Club
- Hamburg 19.4.2010 / Markthalle Hamburg
- Köln 21.4.2010 / Life Music Hall
- München 22.4.2010 / Theaterfabrik


Fazit
Achtung Lostprophet-Fans dieses Album ist anders! Geht nicht mit zu hohen Erwartungen an diese Songs sonst werdet ihr enttäuscht. Man muss es wirken lassen!

Musik fuer Haiti / Hope for Haiti

Dieses Jahr hat mit einer wirklich schrecklichen Meldung begonnen. Das grauenhafte Erdbeben in Haiti hat unzählige Menschen das Leben gekostet und ein gesamtes Land ins Chaos gestürzt.

Bei solch bewegenden Ereignissen komme ich immer ins grübeln und man ruft sich ins Gedächtnis wie gut es uns hier eigentlich geht! Hier klagt man über diese und jene Banalität während an einem anderen Ort Menschen (die ohnehin schon sehr wenig hatten) alles verlieren.

Eine sehr schöne Idee ist das Hope for Haiti Album hier haben namhafte Musiker (Justin Timberlake, Rihanna, Coldplay usw..) ein wirklich tolles live Album zusammgestellt mit dessen Einnahmen die Hilfsorganisationen zu 100% unterstützt werden. Das Top1 Album der iTunes-Charts mit 20 wirklich bewegende Tracks für euch und 7€ für Haiti. Ein mehr als faires Angebot!! Wer noch nicht gespendet hat sollte sich das spätestens jetzt nochmal überlegen und wer bereits hat der kann hier getrost nochmal zugreifen. Ich habe mir das Album gekauft und unterstütze diese Idee voll und ganz.

Tracklist:
1. Send Me An Angel by Alicia Keys
2. A Message 2010 by Coldplay
3. We Shall Overcome by Bruce Springsteen
4. Time to Love / Bridge Over Troubled Water by Stevie Wonder
5. I’ll Stand by You (with The Roots) by Shakira
6. Motherless Child by John Legend
7. Hard Times Come Again No More (with the Roots) by Mary J. Blige
8. Breathless by Taylor Swift
9. Lift Me Up by Christina Aguilera
10. Driven to Tears by Sting
11. Halo by Beyoncé
12. Lean on Me (with Keith Urban & Kid Rock) by Sheryl Crow
13. Like a Prayer by Madonna
14. Hallelujah (with Charlie Sexton) by Justin Timberlake
15. Let It Be (The Roots) by Jennifer Hudson
16. Many Rivers to Cross by Emeline Michel
17. Stranded (Haiti Mon Amour) (with Rihanna, Bono & The Edge) by Jay-Z (Live Version)
18. Alone and Forsaken (with Dave Mathews) by Neil Young
19. Rivers of Babylon / Yele (Medley) by Wyclef Jean
20. Stranded (Haiti Mon Amour) (with Rihanna, Bono & The Edge) by Jay-Z (Version 1.0)




Das Album könnt ihr einfach bei Amazon oder iTunes (links hier oberhalb) und bestimmt auch bald in den Läden kaufen! Ich möchte an dieser Stelle alle Blogger unter euch dazu aufrufen dieses Album zu unterstützen schreibt darüber!

My Glorious / Home is where the heart breaks

Wer Alternative Musik mag der wird My Glorious lieben. Das Trio aus Wien hat sich mit Leib und Seele dem groovigen Rock verschrieben. Denn ihre Leidenschaft sind Songs, deren Rauheit keinesfalls im Widerspruch zu raffinierten Melodien steht.

Geschichte:
Zusammengefunden habe die drei Musiker 2008 nach der Auflösung der Rockband Fresh. Doch Songwriter und Gitarrist Sami hatte noch nicht genug und gründete daher mit den Zwillingen Gregor (Bass) und Paul (Schlagzeug) die Band My Glorious. Mit ihrem Debut-Album LEPER und einer US Tour legte die Band schonmal einen glorreichen Start hin. Jetzt gehen sie erneut an den Start und haben ein neues Album “Home is where the heart breaks” im Gepäck.

Musikstil:
Kraftvolle beats und rauhe rockige Klänge treffen hier auf harmonische Melodien und vermengen sich zu einem nachdenklichen melancholischen Mix. Die Gesangstimme sucht sich dabei immer den passenden Weg die nachdenklichen Texte an den Mann zu bringen. Alternative Rock in all seinen Facetten ganz frei nach dem Motto „Ein Musiker ist einer, der für seine Therapie nicht zahlen möchte, sondern damit Geld verdienen will“ Zeitweise habe ich mich ein wenig an die Beatsteaks zurückerinnert gefühlt.

Album:
Das neue Album wartet sowohl mit krachigen Songs als auch ruhigeren bedachteren Liedern auf. Die Texte sind sehr passend gewählt und erzählen von Liebe, Schmerz und anderen Emotionen. Der Releasetermin für das Album ist der 29.01.2010 wer allerdings schon vorher mal in die Stücke reinhören will kann sich auf myspace sein eigenes davon Bild davon machen. Desweiteren ist bereits eine Singleauskopplung im Handel erhältlich: you should be dancing.

Die Stücke sind gut aufeinenader abgestimmt und haben teilweisend fließende Übergänge so, dass man sich manchmal ohne es zu merken schon im nächsten Track wiederfindet. Leider fehlt mir auf dem Album der absolute Höhepunkt hier hätte man mit etwas mehr Eingängigkeit das Album noch weiter aufwerten können. Dennoch ist es den dreien mit diesem Album gelungen Stimmungen für die nachdenklichen Tage des Lebens einzufangen. Kaffee gemacht, Decke rausgeholt – und play.

Zum Schluss habe ich noch eine Tracklist und das Cover für euch:

- Love ExtendersHome is where the heart breaks
- You should be dancing
- Blue Horizon
- Break my Heart
- Under the Water
- Blind Believer
- Horse
- Blow up the Sun
- Use me
- Atmosphere
- It’s Love when
- Timetraveller

Fazit:
Die Musik wird nicht jedermanns Geschmack treffen aber das ist denke ich auch nicht die Intention der Band. Ein schönes Alternative Album das sehr von Gegensätzlichkeit lebt. Zum Schluss hier noch eine Interview mit My Glorious.

One Republic / Waking up

Nach einer Turbulenten Woche wie dieser freut man sich wirklich auf die Feiertage. In diesem ganzen drunter und drüber bin ich allerdings über ein sehr schönes Album gestolpert, dass ich euch hier einmal näher vorstellen möchte.

Die Band
Die 5 Jungs aus Colorado haben es bereits mit ihren Debüt-Album richtig krachen lassen. Ich denke jeder von uns erinnert sich noch an das Timbaland feature Apologize. Das dieser Blitzaufstieg so gelingen konnte hat die Band Übrigens Myspace zu verdanken, denn dort kam alles erst ins Rollen. Wiedermal ein Zeichen dafür wie wichtig das diese Plattformen für Musiker sind.

Album
Aber nun zu Waking up: Dieses Album schließt wunderbar an das vorausgegangene an und setzt sogar noch einen drauf. Man erkennt deutlich, dass die Jungs ihren Stil gefunden haben und diesen nun gekonnt mit neuen Elemente ausschmücken. Dieses Album ist in insturumentaler Hinsicht sehr vielseitig und schafft es trotz der ein oder anderen aufgeweckteren Passage den ruhigen und nachdenklichen Charakter zu behalten.

Tracks
1. Made for you – Ein sehr dynamisches und gut gewähltes Opening mit fließender Überleitung zum nächsten Track. Hier wurde sogar ein Kirchenchor eingearbeitet.

2. All the Right Moves – Wieder mit einem sehr schnellen Beat sehr dynamisch gehalten. Am Ende kommt wieder der Chor zum Einsatz! Für mich eines der stärksten Stücke des Albums.

3. Secrets – Diese Ballade dürfte den ein oder anderem bereits aus ZweiOhrKüken geläufig sein. Durch das Chello fühlt man sich wieder an Apologize zurück erinnert. Achtung: Ohrwurmgefahr.

4. Everybody Loves me – Hier wurde mal ein ganz neuer Stil eingearbeitet. Durch den starken Bass fühlt man sich fast ein wenig an Muse erinnert. Die Stimme von Ryan kann hier richtig Glänzen.

5. Missing Persons 1 & 2 – Der Song ist einer der etwas flacheren des Albums. Der Beat ändert sich in der Mitte des Albums und man findet sich plötzlich wieder in einem ganz anderem Stück.

6. Good Life- Dieser Song ist einfach nur schön. Hier glänzt vorallem die Texebene und man sollte man sich unbedingt mal rinfinden. Ein Song für die unangenehemen Tage im Leben. Einer meiner Favouriten auf dem Album.

7. All This Time – Diese Ballade lebt enorm durch den Gasang von Ryan und hält wieder einen wunderschönen Songtext bereit.

8. Fear – Sehr ruhiger und verträumter Song bei dem man gerne mal die Augen zu machen möchte und einfach nur den einzelnen Instrumenten lauschen will. Sehr schöne Stimmung. Sehr schön Elemente werden hier mit dem Streichern eingeflochten.

9. Waking Up – Der mit abstand rockigste Song des Albums in dem die E-Gitarre richtig zur Geltung kommt. Schöne (Gitarren-Effekte) Gegen Ende schlägt die Stimmung nochmal ins ruhige um und bereitet so einen schönen Übergang zum nächsten Song.

10. Marchin on – Ein Song der Life bestimmt sehr gut ist mir aber auf der Platte nicht ganz so gut gefällt. Ist was zum Laut hören!

11. Lullaby – Ein ruhiger Ausklang dem aber jeder Höhepunkt fehlt.

Fazit
Dieses Album konnte mich absolut überzeugen. Sehr stimmig aufgebaut und mit sehr schönen Stimmungen, dazu viele eingängige Songs bei denen eigentlich fast jeder Chart Potential hat. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht soll getrost zugreifen. Bis nächste Woche.

Riding Panîco – Lady Cobra

Riding Panîco vermutlich recht unbekannt sein, doch trotz ihres Album Releases von 2008, verdient es dieses außergewöhnlich gute instrumentale Postrock Meisterwerk, hier und heute erwähnt zu werden.

Die sieben aus Lissabon stammenden Talente J.PEREIRA, M.YAGYU, M.CORREIA, C.ANTONIO, J.MANSO, J.NOGUEIRA und A.LOURENÇO stehen bei dem Indie Label Raging Planet, welches auch die Bands MORE THAN A THOUSAND, MISS LAVA oder MEN EATER (welche grade auf Deutschlandtour sind) unter Vertrag und Präsentierten im Jahr 2008 ihre erste LP mit dem Namen LADY COBRA. Schon beim Betrachten des Covers kann man auf eine melancholische Stimmung schließen, welche schon nach dem ersten Probehören bestätigt wird.

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Durch und durch Postrockig startet der Anfang mit „E Se a Bela For o Monstro“. Die schweren verzerrten Drop Riffs, viel Delay und das wunderbare Spiel mit den Stilmitteln Laut und Leise sowie den aufreibenden und kolossal anmutenden Schluss haben mich sofort in ihren Bann gezogen und zeigen trotz Ähnlichkeit an großen Vorbildern (Mono, Mogwai oder Oceansize) Eigenständigkeit und Raffinesse. Mit den Songs „Running Kids“, „One Winged Cessna“ und „Capelo“ haben mich die Portugiesen noch mehr gefesselt.

Die Songs laden zum Träumen ein und entfernen sich fast komplett von harten Gitarrenriffs. Es scheint fast so, als würden sie eine ganz instrumental gehaltene Geschichte erzählen. So ermöglichen Riding Panîco volle Konzentration auf die musikalische Darbietung und spielerische Leistung, die ganz ohne Gesang auszukommen scheint. Das solide Mittelfeld bilden „Roses And Razors“ sowie „Vox Humana“ und „Volvo“, die mit recht gleichem Aufbau und Struktur meinem Euphuismus einen kleinen Dämpfer verpassten.

Bei „Naja“ schafft einzig und allein der Pianist der Band eine harmonische Brücke und bietet Abwechslung im Album und mit „Áspide“ gibt er der der Lady Cobra den perfekten Abschluss den ich meiner Meinung nach als geniale Zusammenstellung von Musikstücken bezeichnen möchte. Im Ganzen wirkt das ganze auf mich wie ein lange durchdachtes Konzept und nicht- wie bei anderen Bands- eine wahrlose Aneinanderreihung von Songs.

Fazit:

Scheinbar gibt es doch noch Hoffnung für die stark überflutete Postrock Nische (wenn man überhaupt noch von Nische sprechen kann), was Riding Panîco hier eindrucksvoll unter Beweis stellen, indem sie sich vom Mainstream Postrock deutlich mit qualitativ hochwertigen Studio und Live Performances von der Masse abheben.


Für mehr Infos und vor allem Hörproben, hilft euch Google bei den Schlagworten „Riding Panîco“ und „Lady Cobra“ sicher gerne Weiter und ich freuen mich schon über einen regen Meinungsaustausch von eurer Seite.

Bis dahin, immer schön (Achtung Wortwitz) „Post-en“ …

Hier noch zwei meiner persönlichen Favouriten:

One Winged Cessna und e se a bela for o monstro


Daughtry / Leave this Town

Wer kennt sie nicht die Sänger und Sängerinnen die durch Castingshows ala DSDS oder das amerikanische Pendant Amerikan Idol ihren Ein-Monat-Charts-Hit landen. Doch in diesem Fall ist es etwas anders Verlaufen. Chris Daugtry schied als Viertplatzierter aus um dann mit seiener eigenen Band die Charts zu stürmen. Dabei hatte er sehr viel prominente Unterstützung unter anderem Brad Arnold (3 Doors Down), Chad Kroeger (Nickelback) und einigen mehr.

Ihr erstes Album war ein voller Erfolg und die meisten von uns erinnern sich noch an die Single “It’s Not Over” die quasi täglich im Radio lief.

Ob ihr neues Album “Leave this Town” ähnlich abschneidet bleibt abzuwarten. Der prominente Support war auf jedenfall vorhanden so soll Chad Kroeger unter anderem bei Songs wie “No Surprise” mitunter Regie geführt haben. Orwurmsongs mit sehr ausgeklügelter Dynamik finden sich auf diesem Album en mass.

Keine große Überraschung ist allerdings der generelle Stil des Albums. Man merkt durchaus eine bessere Feinabstimmung der Songs aber es wurden beispielsweise gernetechnisch keine Experimente gemacht. Wer also schon 2007 von den rockigen Powerballaden nicht genug bekommen konnte, der kommt auch diesmal wieder auf seine Kosten. Der Rest sollte sich darauf einstellen dass in absehbarer Zeit wieder ein paar schmusige/kitschige Rocksongs (z.B. “September”) in den Charts auftauchen werden.

Das Thema der Texte ist schnell zusammengefasst denn Herzschmerz und Liebe finden sich auf den 12 Songs zu genüge. Daughtry bringt das ganze dennoch recht frisch und dynamisch rüber. Eine Eigenschaft für welche die Band viel gelobt wird und neben Künstlern wie Bon Jovie sehr gut abschneidet.

Fazit:
Akustische Openings und rockige Riffs zieren gefühlsgeladene Texte eingefasst von der angenhemen Stimmte des ehmaligen “fast” Amerikan Idol Stars. Eine gute Portion chill und Kuschelrock für die ruhigen und nachdenklichen Momente des Lebens. Durchaus einen Hörer Wert.

Andi

Green Day – 21st Century Breakdown

In den letzten Wochen hat neben dem Michal Jackson (Gott hab ihn seelig) Kompendium noch ein anderer Track beinahe täglich meine Gehörgänge gekreutzt. Ich rede von Greendays neuster Singleauskopplung “Know your enemy”.
Normalerweise zähle ich die Amerikanischen Punk-Rocker nicht zu meinen bevorzugten Interpreten aber aus einer Laune von Experiementierfreudigkeit und Neugierde hab ich mir dann doch mal das Album zu Gemüte geführt.

Nach ihrem letzten Album American Idiot war es bestimmt nicht einfach für die drei, der vorherrschenden Erwartungshaltung gerecht zu werden. Wir erinnern uns da gerne an Dauerbrenner wie Holiday oder Bulevard of broken dreams, die quasi in Endlosschleifen im Radio liefen. Desto erstaunlicher ist das letztendliche Resultat.

Greenday zeigt sich von einer bisher unbekannten Seite. So finden sich auf dem neuen Album viele Tracks die aus dem gewohnten Punk-Rock-Sound hervorstechen. Balladeske ruhige Stücke wie Restless Heart Syndrom oder Viva La Gloria (zumindest in der ersten Minute) finden ihren Platz neben Tacks wie Peace Maker bei denen deutlich mit anderen Gernes experimentiert wurde (z.B. Country). Natürlich finden sich auch die gewohnten rockigen Riffs und die eingängigen Gesangsmelodien mit Ohrwurmgefahr.

Das Album hebt sich nicht nur durch die neuen, wenn auch noch zurückhaltenden musikalischen Experimenten sondern auch durch die längere Spielzeit von seinem Vorgänger ab. So gewinnt man den Eindruck, dass in den 18 Tracks besonders ein Augenmerk auf Qualität gelegt wurde als auf die klassischen Hit-auf-den-ersten-Blick Stücke. Was dazu führt, dass man sich das Album auch mehrmals komplett zu Gemüte führen kann.

Wenn man die Textebene betrachtet dann fällt gleich auf, dass der bekannte kritische Ton zwar weiterhin präsent ist, aber sich dennoch etwas verändert hat. Vermutlich mussten sich die Jungs nach dem Abdanken ihres “geliebten Feindes” Georg W. Bush etwas umorganisieren. Dennoch haben sie ihren sozialkritischen Ton beibehalten, wenn auch etwas allgemeiner und mit mehr Contenonce.

Fazit:
Das Album beinhaltet eine für mich überraschende Wendung im Musikstil der Band. Der neue Stil wird nicht jedem gefallen und vorallem denjenigen die Greenday als Rebellen und für ihren punkigen Sound liebten mit Sicherheit aufstoßen. Ich werde die musikalische Entwicklung der Band mal weiterverfolgen und bin vorallem gespannt wie sich ihre zukünftige Musik anhören wird. Back to the roots or new experiments?

Andi