My Glorious / Home is where the heart breaks

Wer Alternative Musik mag der wird My Glorious lieben. Das Trio aus Wien hat sich mit Leib und Seele dem groovigen Rock verschrieben. Denn ihre Leidenschaft sind Songs, deren Rauheit keinesfalls im Widerspruch zu raffinierten Melodien steht.

Geschichte:
Zusammengefunden habe die drei Musiker 2008 nach der Auflösung der Rockband Fresh. Doch Songwriter und Gitarrist Sami hatte noch nicht genug und gründete daher mit den Zwillingen Gregor (Bass) und Paul (Schlagzeug) die Band My Glorious. Mit ihrem Debut-Album LEPER und einer US Tour legte die Band schonmal einen glorreichen Start hin. Jetzt gehen sie erneut an den Start und haben ein neues Album “Home is where the heart breaks” im Gepäck.

Musikstil:
Kraftvolle beats und rauhe rockige Klänge treffen hier auf harmonische Melodien und vermengen sich zu einem nachdenklichen melancholischen Mix. Die Gesangstimme sucht sich dabei immer den passenden Weg die nachdenklichen Texte an den Mann zu bringen. Alternative Rock in all seinen Facetten ganz frei nach dem Motto „Ein Musiker ist einer, der für seine Therapie nicht zahlen möchte, sondern damit Geld verdienen will“ Zeitweise habe ich mich ein wenig an die Beatsteaks zurückerinnert gefühlt.

Album:
Das neue Album wartet sowohl mit krachigen Songs als auch ruhigeren bedachteren Liedern auf. Die Texte sind sehr passend gewählt und erzählen von Liebe, Schmerz und anderen Emotionen. Der Releasetermin für das Album ist der 29.01.2010 wer allerdings schon vorher mal in die Stücke reinhören will kann sich auf myspace sein eigenes davon Bild davon machen. Desweiteren ist bereits eine Singleauskopplung im Handel erhältlich: you should be dancing.

Die Stücke sind gut aufeinenader abgestimmt und haben teilweisend fließende Übergänge so, dass man sich manchmal ohne es zu merken schon im nächsten Track wiederfindet. Leider fehlt mir auf dem Album der absolute Höhepunkt hier hätte man mit etwas mehr Eingängigkeit das Album noch weiter aufwerten können. Dennoch ist es den dreien mit diesem Album gelungen Stimmungen für die nachdenklichen Tage des Lebens einzufangen. Kaffee gemacht, Decke rausgeholt – und play.

Zum Schluss habe ich noch eine Tracklist und das Cover für euch:

- Love ExtendersHome is where the heart breaks
- You should be dancing
- Blue Horizon
- Break my Heart
- Under the Water
- Blind Believer
- Horse
- Blow up the Sun
- Use me
- Atmosphere
- It’s Love when
- Timetraveller

Fazit:
Die Musik wird nicht jedermanns Geschmack treffen aber das ist denke ich auch nicht die Intention der Band. Ein schönes Alternative Album das sehr von Gegensätzlichkeit lebt. Zum Schluss hier noch eine Interview mit My Glorious.

Muse / Musikstil der etwas anderen Art

Eingängige Gitarren Riffs und Synthesizer Einsatz, gekoppelt mir einer einprägsamen Gesangsstimme und verpackt in eindrucksvollen Bühnenshow. Ein wirklich einschlagendes Erfolgskonzept dass die drei Musiker aus Großbritannien unter dem Namen Muse sehr weit nach oben getragen hat…

Geschichte:
Gefunden haben sie die drei (Matthew Bellamy “Gesang, Gitarre, Keyboard“, Dominic Howard “Schlagzeug” und Christopher Wolstenholme “Bass” ) 1994 auf dem Teignmouth College im selben Jahr hat die Band ( damals noch Rocket Baby Dolls ) an einem örtlichen Battle of the Bands Contest teilgenommen und gewann äußerst unerwartet. Von da an beschlossen die Mitglieder ihre Universitätspläne zu verwerfen um eine Karriere als Musiker anzutreten! Die Band Muse war geboren.

Nach der Veröffentlichung ihrer 2 EP (1998/99) gelang es der Band die Aufmerksamkeit der Presse und der Musikszene auf sich zu lenken und bald darauf war auch der erste Plattenvertrag mit Maverick Records abgeschlossen. Das erste Album Showbiz wurde kurze Zeit später fertiggestellt und mit Konzerten in Europa, Japan und Australien sicherte sich die Band eine starke Fangemeinde.

In der Zeit von 2000-2007 stellten die drei Musiker drei weitere Alben auf die Beine und publizierten ein Live-Album. Unter anderem entwickelte sich der Musikstil der Band. Neue Einflüsse in Form von Gernes und Instrumenten gaben der Band einen ganz neuen Charakter. Desweiteren erhielt die Band mehrere Awards für den besten Live-Act.

Aktuell ist die Band dabei ihr fünftes Album The Resistance zu promoten das seit September diesen Jahres in den Länden erhältlich ist.


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Discographie:


  • 1999: Showbiz
  • 2001: Origin of Symmetry
  • 2003: Absolution
  • 2006: Black Holes and Revelations
  • 2009: The Resistance




Musikstil:
Der Stil der Band wird dem sogenannten New Prog zugeordnet und setzt sich stilistisch aus Alternative, Hard und Progressive Rock sowie klassische Musik und Electronica zusammen. Als Insturmente kommen Bass, Gitarre und Klavier/Keyboard/Orgel und Schlagzeug zum Einsatz. Dabei geht die Band gerne neue Wege und ist sehr experemtierfreudig mit dem Einsatz der Instrumente. Die Gesangstimme ist meist sehr hoch gehalten (falsett-artig) und sticht so aus den gewobenen Klangkonstrukten hervor. Durch den hohen Anteil der in Moll gehaltenen Songs hat die Musik einen speziellen recht ernsten Charakter.

More About:
Wessen Wissensdurst jetzt immer noch nicht gestillt ist der kann sich gerne einmal auf der Webseite der Band umsehen. Sehr interresant ist auch das Muse Wiki wo man unter anderem eine schöne Übersicht zum eingesetzten Equipment ( Gitarre, Effekte, Verstärker, etc.) der Band erhält.



Fazit:
Muse hat wenig von dem was man heutzutage so im Radio hört, ist aber für jeden der alternative/progressive Musik mag eine echte Perle. Das neue Album schließt mit wirklich gelungen Songs sicherlich an die bisherigen Erfolge an. Jedem der sich im Herbst gerne mal mit zur Stimmung passenden Musik etwas zurückzieht kann ich diese Band nur ans Herz legen.

Riding Panîco – Lady Cobra

Riding Panîco vermutlich recht unbekannt sein, doch trotz ihres Album Releases von 2008, verdient es dieses außergewöhnlich gute instrumentale Postrock Meisterwerk, hier und heute erwähnt zu werden.

Die sieben aus Lissabon stammenden Talente J.PEREIRA, M.YAGYU, M.CORREIA, C.ANTONIO, J.MANSO, J.NOGUEIRA und A.LOURENÇO stehen bei dem Indie Label Raging Planet, welches auch die Bands MORE THAN A THOUSAND, MISS LAVA oder MEN EATER (welche grade auf Deutschlandtour sind) unter Vertrag und Präsentierten im Jahr 2008 ihre erste LP mit dem Namen LADY COBRA. Schon beim Betrachten des Covers kann man auf eine melancholische Stimmung schließen, welche schon nach dem ersten Probehören bestätigt wird.

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Durch und durch Postrockig startet der Anfang mit „E Se a Bela For o Monstro“. Die schweren verzerrten Drop Riffs, viel Delay und das wunderbare Spiel mit den Stilmitteln Laut und Leise sowie den aufreibenden und kolossal anmutenden Schluss haben mich sofort in ihren Bann gezogen und zeigen trotz Ähnlichkeit an großen Vorbildern (Mono, Mogwai oder Oceansize) Eigenständigkeit und Raffinesse. Mit den Songs „Running Kids“, „One Winged Cessna“ und „Capelo“ haben mich die Portugiesen noch mehr gefesselt.

Die Songs laden zum Träumen ein und entfernen sich fast komplett von harten Gitarrenriffs. Es scheint fast so, als würden sie eine ganz instrumental gehaltene Geschichte erzählen. So ermöglichen Riding Panîco volle Konzentration auf die musikalische Darbietung und spielerische Leistung, die ganz ohne Gesang auszukommen scheint. Das solide Mittelfeld bilden „Roses And Razors“ sowie „Vox Humana“ und „Volvo“, die mit recht gleichem Aufbau und Struktur meinem Euphuismus einen kleinen Dämpfer verpassten.

Bei „Naja“ schafft einzig und allein der Pianist der Band eine harmonische Brücke und bietet Abwechslung im Album und mit „Áspide“ gibt er der der Lady Cobra den perfekten Abschluss den ich meiner Meinung nach als geniale Zusammenstellung von Musikstücken bezeichnen möchte. Im Ganzen wirkt das ganze auf mich wie ein lange durchdachtes Konzept und nicht- wie bei anderen Bands- eine wahrlose Aneinanderreihung von Songs.

Fazit:

Scheinbar gibt es doch noch Hoffnung für die stark überflutete Postrock Nische (wenn man überhaupt noch von Nische sprechen kann), was Riding Panîco hier eindrucksvoll unter Beweis stellen, indem sie sich vom Mainstream Postrock deutlich mit qualitativ hochwertigen Studio und Live Performances von der Masse abheben.


Für mehr Infos und vor allem Hörproben, hilft euch Google bei den Schlagworten „Riding Panîco“ und „Lady Cobra“ sicher gerne Weiter und ich freuen mich schon über einen regen Meinungsaustausch von eurer Seite.

Bis dahin, immer schön (Achtung Wortwitz) „Post-en“ …

Hier noch zwei meiner persönlichen Favouriten:

One Winged Cessna und e se a bela for o monstro