Die Gitarre stimmen

Das gehört zu dem wichtigsten Dingen im Leben eines Gitarristen gleich nach den 20 Minuten Solos und dem Master-Volume-Regler. Für jeden Zuhörer mit guten Ohren gibt es nichts grauenhafteres als eine laute verstimmte Gitarre. Hier mal ein paar Möglichkeiten wie ihr euer Instrument wieder wohlklingend bekommt.

Erst einmal ist es wichtig zu wissen auf welche Töne man die Gitarre stimmt. Die Standart-Konzert Stimmung ist E-A-D-G-H-E dazu gibt es tausende von Merksprüchen wie: E-ine A-lte D-ame G-ing H-eute E-inkaufen.

Dafür stehen euch mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

-Stimmen mit elektronischem Stimmgerät
-Stimmen nach vorgegebenen Tönen
-Stimmen nach Gehör

Stimmen mit elektronischen Stimmgerät:
Stimmgeräte gibt es wie Sand am Meer ob als Pedal für euer Effektboard oder kleines Kästchen mit Display. Manche müsst ihr an eure Gitarre anschließen andere funktionieren akustisch. Meist wird der gewünschte Ton automatisch erkannt und dann über Lichter oder Display angezeigt wie viel man noch daneben liegt.

Sehr interresante Möglichkeiten bieten sich auch für Iphone Besitzer denn auch dafür gibt es eine App. Mehr Informationen dazu findest du in meinem Artikel über die 7 besten Gitarristen Apps.

Ein paar Tuner die ich euch empfehlen kann:
HARLEY BENTON MT50
BOSS TU-3

Stimmen nach vorgegebenen Tönen:
Hierfür könnt ihr eingtlich alles Nutzen das die richtigen Töne erzeugt. Klavier, Sofware, Stimmpfeife usw. Einfach Ton anhören und eigene Seite genau so einstellen. Falls ihr mal unterwegs seid und nicht wisst wo ihr die Töne herbekommen sollt habe ich hier eine Quelle in die Seite eingebaut.


guitar tuner

Stimmen nach Gehör
Wenn ihr so eine Seite gestimmt habt dann könnt ihr auch die restliche Gitarre stimmen. Dabei bedient man sich der Tatsache das manche Töne auf der Gitarre mehrfach vorkommen. Das könnt ihr auch gut anhand der Griffbrettübersicht nachvollziehen.

Wenn ihr also z.B. die A-Saite mittels einer Stimmgabel (K&M Stimmgabel 168/1) gestimmt habt dann könnt ihr von dieser aus die übrige Gitarre tunen.

Einfach die E-Saite im 5ten Bund greifen und zum vergleich die A-Saite leer anspielen. Ihr stimmt die E Saite nach bis sie im 5ten Bund gegriffen genauso klingt wie die leere Saite. Dannach wiederholt ihr das Spiel nach unten bis zur G-Saite dort müsst ihr in den 4ten Bund um das H zu bekommen und auf der H-Saite wieder in den 5ten zurück.

Eine weitere Möglichkeit die sich euch bietet, ist das Feintuning über die Flagolett Töne (Obertöne). Dies ist eine Spieltechnik bei der ihr den Finger leicht auf die Saite (aber nur in bestimmten Bünden) legt und anschlägt, dadurch erhält man einen Oberton. Man spielt nun den Flageolett-Ton auf der tiefen E-Saite im fünften Bund und vergleicht ihn mit den Flageolett-Ton auf der A-Saite im siebten Bund. Dabei müssen allerdings beide Saiten geichzeitig angespielt werden.

Wenn die Saiten nicht genau aufeinander abgestimmt sind dann hört man ein leichtes Schwingen des Tones dabei gilt: je schneller das Schwingen desto verstimmter die Saite. Um die übrigen Saiten zu stimmen geht man nach folgenden Muster vor:

Flageolett-Ton auf der A-Saite im fünften Bund mit dem Flageolett-Ton der D-Saite im siebten Bund.
Flageolett-Ton auf der D-Saite im fünften Bund mit dem Flageolett-Ton der G-Saite im siebten Bund.
Flageolett-Ton auf der H-Saite im fünften Bund mit dem Flageolett-Ton der e-Saite im siebten Bund.
Die Kombination G mit H ist leider nicht möglich.

Allgemeine Hinweise:
Wenn einen Saite stark verstimmt war dann solltet ihr nach vollendetem Stimmen nochmal alle Saiten durchprüfen, denn durch die Änderung der Halsspannung können sich die anderen Saiten wieder leicht verstimmen.

Sollten eure Saiten ihre Stimmung nicht halten dann kann das unter anderem daran liegen dass sie entweder sehr neu sind oder schon ziemlich alt. Dann müsst ihr entweder mehr spielen oder eben eurer Liebsten mal wieder neue Saiten spendieren.

Wie ueberleben meine guten Vorsaetze im neuen Jahr!

Der Jahreswechsel steht kurz bevor und ich hoffe sie alle hatten ein erholsames und schönes Weihnachtsfest. Diese Tage zwischen den Jahren füllt man meistens mit Familie, der neuen Gitarre, Essen und den Gedanken an die Vorsätze fürs nächste Jahr.

Ich denke viele von uns werden jetzt mit einem schiefen lächeln auf das Jahr zurückblicken und sich fragen wie lange diese Vorsätze letztes Jahr gehalten haben. Wieviel Gitarre haben sie wirklich geübt, wieviel mit der Familie unternommen etc. etc. … Aber dieses Jahr wird alles anders nicht wahr ;-) hier mal ein paar persönliche überlegungen wie sie ihre Vorsätze auf wirklich druchhalten können.

Wie realistisch ist der Vorsatz
Das ganze fängt schon bei der Auswahl an. Sie sind gerade super motiviert und habe sehr viel Zeit. Schrauben sie ihre Ansprüche an sich auf jeden Fall herunter, denn wenn es wieder ernst wird dann ist das nicht mehr so einfach mit der Umsetzung. Realistische Ziele auf der Gitarre für vielbeschäftigte wären z.B. einen Song pro Woche lernen. oder jeden 2ten Abend die Gitarre mal in die Hand nehmen. Machen sie sich eine Liste und überlegen sie sich vorher welche Songs sie über das Jahr lernen möchten. Natürlich mit Bleistift zwecks Nachebesserung.

Geteiltes Leid ist halbes Leid
Behalten sie ihren Vorsatz nicht für sich. Oftmals braucht man doch einen kleinen Tritt in den Allerwertesten. Diese Initazündung kann den Vorsatz in kritischen Situtationen dann doch noch retten. Reden sie mit Freunden, Eltern oder Partnern über ihre Absichten. Greifen sie sich gegenseitig unter die Arme. Um regelmäßiger Gitarre zu spielen suchen sie sich Jam-Partner und vereinbaren sie regelmäßige Termine denn es gibt viele Gründe die für gemeinsames Musik machen sprechen.

Die Motivation aufrechterhalten
Der wichtigste Punkt schlechthin. Gehen sie spielerisch an ihre Aufgaben heran und gewinnen sie der Sache Spass ab denn ohne den geht es nun mal nicht. Im Fall der Gitarre fängt das bei der Auswahl ihrer Lieblingslieder an und hört bei gemeinsamen Auftritten auf. Es gibt so viel aus dem man Motivation gewinnen kann.

Vielleicht haben diese Gedankengänge den ein oder anderen ja doch noch überzeugt sich wieder neue Vorsätzte für das neue Jahr zu nehmen und werden hoffentlich helfen diese möglichst lange überleben zu lassen. Meine Vorsätze für das neue Jahr den Blog betreffend sehen folgendermaßen aus:

- Die drei Artikel pro Woche durchhalten

- Artikel weiter im voraus schreiben

- Weniger Rechtschreibfehler

- ein paar Gewinnspiele machen

- unter dem Suchwort “guitarguy” bei Google auf Platz 1 zu ranken ;-)


Ich bin mal gespannt ob ich alle Ziele verwirklichen kann. Ihr seid meine Zeugen. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch bis zum 4ten Januar.

Eine Runde Saitenkunde – Staerken

Nach dieser turbulenten und daher leider Artikelarmen Woche melden wir uns wieder zurück mit frisch aufgesetztem Rechner und einer Menge Ideen im Gepäck…

Nachdem wir uns das letzte mal mit dem Material der Gitarrensaiten beschäftigt haben gehen möchte ich heute etwas auf die unterschiedlichen Stärken eingehen. Ich erinnere mich nich ziemlich gut als ich das erste mal im lokalen Musikgeschäft stand und die Verkäuferin mich fragte willst du nen 0.11 oder 012er. Ich habe den Verdacht das mein Gesichtsausdruck wohl wenig geistreich gewesen sein muss. Um euch diesen Schmach zu ersparen hier mal eine kleine Übersicht was man beim Saitenkauf noch so beachten sollte.

Gemäß dem Fall ihr habt euch für ein bestimmtes Material entschieden solltet ihr euch einmal mit den unterschiedlichen Saitenstärken auseinandersetzen.

Die Stärkeangaben werden durch die Einheit Zoll ausgedrückt. Eine hohe E Saite mit der Stärke 0.010 hätte in mm Umgerechnet einen Durchmesser von 0.254mm. Zum Teil varrieren die Zusammenstellung der Saitenstärken bei den einzelnen Herstellen aber mit folgenden Übersichten könnt ihr euch einen kleinen allgemeinen Überblick verschaffen.

Für E-Gitarren findet man folgende Stärke-Zusammenstellungen

E B G D A E
Extra-Light .008 .011 .014 .022 .030 .038
Light .009 .011 .016 .024 .032 .042
Regular .010 .013 .017 .026 .036 .046
Medium .011 .013 .020w/18p .030 .042 .052
Jazz .012 .015 .026 .034 .044 .054
Bariton .013 .016 .026 .036 .046 .056

Für Akkustikgitarren gelten folgende:


E B G D A E
Extra-Light .010 .014 .022 .030 .038 .048
Light .011 .015 .024w .032 .042 .052
Medium Light .012 .016 .025w .032 .042 .054
Medium .013 .017 .026w .036 .046 .056
Heavy .014 .018 .027 .039 .049 .059




Natürlich gibt es auch Ausnahmesätze so bietet es sich für Gtarristen die mit anderen Stimmungen spielen z.B. Drop-D ein Saitensatz mit leicht verstärkert tiefer E-Saite an damit die Saitenspannung über die Gitarre hinweg in etwa gleich bleibt.

Auch sollte man die Mensur (Abstand zwischen Hals und Steg) der Gitarre berücksichtigen Gitarren mit kurzer Mensur benötigen eher einen stärkeren Saitensatz (als statt Lite einfach einen Regular nehmen) als Gitarren mit langer Mensur. Für Gitarreros die mit einer Tremolo-Gitarre ausgestatten sind noch ein kleiner Hinweis. Bei einen Umstieg auf eine höhere Saitenstärke nicht Vergessen ein paar mehr Spannfedern einzubauen sonst können unschöne Sachen mit eurem Instrument passieren.

Zu Guter letzt noch eine paar kleine Gedankengänge … Leute die etwas mehr Akkorde oder Rythmsection spielen müssen bedenken dass bei heftigen Anschlag leichte Besaitung schnell das schnarren anfängt. Während bei Soli (Bending, Vibratos) starke Saiten eher anstrengend sind.

Also sucht euch den eurer Spielweise angepassten Satz raus und los gehts.

Gruß Andi

Hagstrom F-20

hagstroem_F-20_2Design:

Die Hagstrom F-20 ist eine Mischung aus der allseits beliebten Gibson SG und der Fender Stratocaster, jedoch mit einem eigenständigen Charme. Dadurch hebt sich die mit zwei Cutaways sowie bei dieser Bauart untypischem Tremolo ausgestattete Schönheit in Weiß, von den beiden Referenz-Modellen ab. Die Kopfplatte ist Hagstrom-typisch geschwungen und mit einem Perlmuttbinding Verziert. Die Mechaniken sind von Hagstrom selbst und fügen sich sehr gut in das Gesamtbild ein. Das dreilagige schwarze Schlagbrett, dass die Elektronik verbirgt und den Lack des Bodys schützt, rundet den durchwegs Positiven Gesamteindruck in Sachen Design und Verarbeitungsqualität ab.

Bespielbarkeit/Sound:

Die mit 3,5 KG sehr leichte Gitarre ist aus Linden-Holz gefertigt, welches auch Bauartbedingt sehr ausgeprägte Mitten sowie milde Höhen und schlanke Bässe aufweist. Schon unverstärkt kommt dass Gibson-typische Sustain zum Vorschein. Auch die durch den Gitarrenkörper geführten Saiten tragen zum angenehmen Resonanzverhalten bei. Durch das Flache D-Halsprofil und der 22 Jumbobünde sowie der Kurzen Mensur von 628mm klingt die F-20 Prägnant, Fett und hat eine Schnelle Ansprache. Die präzise abgerichteten hohen Bundstäbchen auf dem aus Holzverbund bestehenden Griffbrett namens Resinator Wood erlauben es dem Gitarristen stärkere Saitensätze aufzuziehen als gewohnt, ohne den Spielkomfort zu beeinträchtigen. Langes und ermüdungsfreies Spielen ist daher ohne Probleme möglich. Das Tremolo Bleibt auch bei stärkerer Benutzung recht Stimmstabil und lässt sich sowohl fest als auch freischwingend arrangieren.

Verstärkt kann die Hagstrom noch weniger ihre Verwandtschaft zur SG leugnen. Der Neckpickup klingt Clean gespielt sehr Voluminös und entwickelt bei zunehmender dezenter Verzerrung, einen bluesigen Solo-Charakter. Die Zwischenposition der Humbucker, die mir persönlich am Besten gefällt, klingt klar und Glockig. Gerade mit ein wenig Hall, Delay und/oder Chorus können die Tonabnehmer ihr ganzes Potential entfalten und sind perfekt für ruhige Passagen mit Akkorden oder Zupfeinlagen geeignet. Der Bridgepickup klingt beispielsweise mit einem Clean gespielten Tweed oder Blackface, ähnlich einer Hollowbody-Gitarre der 50 und 60 Jahre was zu einem kurzen „Johnny B. Goode“ Ausflug einlädt ;-) . Die Verzerrung eines alten Marshall Stacks ist dem Pickup wie auf den Leib geschneidert und bestätigt nun vollen Endes die Ähnlichkeit des Klassikers.

Fazit:

Alles in Allem ist die Hagstrom F-20 eine interessante Alternative zu den etablierten Epiphone SG Modellen und bietet ein sehr gutes Preis- Leistungs- Verhältnis, zumal sie sehr angenehm zu spielen ist. Das eigenständige Design lässt sie zu einem echten Geheimtipp werden.

Epiphone Les Paul

Design:

Die Epiphone Les Paul ist ein von Gibson lizenzierter Nachbau und weist deshalb das gleiche Design auf. Der Klassische schwarze Look mit dem Cremefarbigen Binding und Pickguard, einem Cutaway und der Typischen Kopfplatte sowie der Stoptail Bridge und den Zwei Humbuckern ist seit den späten 50ern die Referenz für alle folgenden Generationen von Gitarren dieses Typs. Trotz des geringen Preises ist die Gitarre Top Verarbeitet und bietet alle Gibson typischen Merkmale wie verleimter Hals und Palisander Griffbrett.


Bespielbarkeit/Sound:

Epiphone Les Paul Standart

Die Les Paul hängt mit schweren 5 Kg straff am Gurt und ist aus Mahagoni Holz gefertigt, welches ein sattes Sustain zufolge hat. Unverstärkt klingt diese Gitarre schon sehr voluminös und hat ein Ausgewogenes Resonanzverhalten, was selbstverständlich auch am verleimten Hals liegt.

Die 22 exzellent abgerichteten Jumbobünde tragen zu außerordentlich guten Bespielbarkeit bei. Das Lange und ermüdungsfreies Spielen ist bei dieser Gitarre ohne Probleme möglich und durch den Cutaway sind Soli auch in den Obersten Regionen spielend zu Meistern. Die Stimmstabilität ist allgemein sehr gut bei dieser Gitarre jedoch neigt die Les Paul wegen der schweren Mechaniken zu einer gewissen Kopflastigkeit.


Verstärkt klingt die Les Paul genauso Fett wie man nach dem Trockentest erwartet hat. Der Neckpickup klingt Clean gespielt sehr Warm. Eine leichte Verzerrung verleiht dem Pickup einen Bluesigen Charakter a la Santana welches zum Solieren einlädt. Die Zwischenposition bietet „Best of Both Worlds“. Das Voluminöse des Hals- und das Klare des Stegpickups geben der Gitarre einen Poppigen Einschlag welcher prädestiniert für Akkorde und Picking ist.

Der Bridgepickup ist seinerseits recht Höhenlastig, was bei steigender Verzerrung vor allem der Durchsichtigkeit im Sound zugute kommt. Auch bei hoher Verzerrung oder Drop Tunings macht der Pickup jederzeit eine gute Figur. Diese Gitarre fühlt sich vor allem an Marshalls und gleichgesinnten Artgenossen sehr wohl und hat nicht umsonst den Ruf der ultimativen Rock Gitarre.


Fazit:

Epiphone ist ein echter Geniestreich gelungen, da die Ebony Les Paul keine nennenswerten Unterschiede zu der großen Gibson-verwandschaft aufweisen kann. Einzig und allein der Geldbeutelschonende Kaufpreis und der markentypische Epiphone Schriftzug zeigen, dass es sich bei diesem Modell um die Schwester des Originals handelt. In jedem Fall ist diese Gitarre die erste Wahl für Gitarristen, das Verlangen nach Qualität und Sound und nicht an den Namen des Klassikers haben.


Stefan