Das Richtige Amp Recording

Wer von euch die letzten Beiträge in Sachen Recording mit verfolgt hat wird sich bald sicher fragen: „Ja und wie zum Geier mach ich damit jetzt mal so eben nen Song?“ Gute frage, denn schnell können der Tatendrang und der Überfluss von geistigen Ergüssen in einem Desaster enden, welches plötzlich eine große Abneigung gegen die zweitschönste Nebensache der Welt hervorruft.

GITARRE SPIELEN natürlich ;-)

Aller Anfang ist schwer und angefangen wird bei der Positionierung des Mic’s. Natürlich könnt ihr eure Gitarre meist direkt schon in den Instrumenteneingang eures Interfaces stecken, jedoch ist es jederzeit die Mühe wert, mit Mikrofonen zu arbeiten, da der Song dadurch Lebendiger wird, auch wenn es heutzutage schon sehr gute Emulationen wie Guitar Rig oder ähnliche Produkte gibt.

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass euer Equipment einsatzbereit ist, die Software ohne Probleme (Da werde ich in den nächsten Wochen näher darauf eingehen!) mit dem Audiointerface harmoniert und ihr ein bisschen Speicherplatz für kreative Ideen auf der Festplatte habt, da ihr euren neuen Song mit Amp, Effekten und E-Gitarre festhalten wollt. Also ist geschwind euer Dynamisches Mikrofon (Z.B. Shure SM 57) am Interface angestöpselt. Doch schon nach kurzer Zeit kommen die ersten Fragen auf…

Mic1

„Tja wie muss ich denn jetzt das Mic richtig positionieren, damit das dann auch später gut klingt?“

Allgemein hilft beim Recording immer,  wenn ihr euch fragt, wo ihr mit eurem Sound hin wollt. So auch hier. Soll es druckvoll klingen, setzt ihr das Mic sehr nah an die Lautsprechermembran wollt ihr einen luftigeren dünneren Sound, entfernt ihr euch zunehmend aber Achtung! Desto näher ihr Abnehmt, desto mehr nehmen die Bässe zu welche dann auch schnell zu viel werden können. Wenn man das Mic mehr zur Lautsprechermitte (da wo die Kalotte sitzt) dreht, bekommt ihr einen helleren und bissigeren Klang, zum Rand hin wird er immer weicher.

“Eine der nächste Fragen könnte sein: „Und welcher von meinen vier Lautsprechern ist nun der Richtige?“

Die Antwort fällt hier wohl etwas kürzer aus, denn es ist der, der für euch am besten klingt. Spielt ruhig ein paar Akkorde und hört bei jedem Speaker genau hin. Achtet auch immer darauf, dass keine Störquellen und unerwünschte Geräusche wie z.B. Handys oder der Rasenmäher vom Nachbarn in der Nähe sind.

„Ist es eigentlich egal, wohin ich den Amp beim Mikrofonieren stelle?“
Leider ist es das nicht, sonst müssten ja die Stones auch nicht ins Tonstudio sondern könnten bei sich im Badezimmer (wohl eine der schlechtesten Orte für Aufnahmen dieser Art) ihr neues Album einspielen. Vermutlich ist euer kleines Projektstudio in einem recht wohnlich eingerichteten Zimmer vorzufinden was man nicht nur als Nachteil sehen sollte. Wo viele Möbel und Teppichboden vorhanden ist, wird der Schall häufig gebrochen und verursacht so keine Hallgeräusche. Aus diesem Grund solltet ihr wenn möglich auch den Amp in eine Ecke und nicht Parallel zur Wand stellen.

Zu guter letzt hab ich noch ein Video welches die verschiedenen Soundmöglickeiten bei der Mikrofonpositionierung zeigt. Bei Fragen und Anregungen wisst ihr ja wo ihr mich finden könnt. Stefan


Das Homestudio – Mikrofone

Hui in der letzten Woche ging es drunter und drüber bei mir und dabei ist sind die geplanten Artikel leider auf der Strecke geblieben. Ich habe zum ersten mal gemerkt, dass es äußerst sinvoll ist Artikel weit im voraus zu verfassen damit das mit den regelmäßigen Veröffentlichungen klappt. Nun Bezahlt für diesen kleinen Fehltritt habe ich mit einem deutlichen Besucherrückang aber ein paar Leser sind mit ja zum Glück noch geblieben. Für all diese und natürlich jeden der jetzt wieder oder neu vorbeischaut nun der eigentlich schon für letzte Woche versprochene Artikel zum Homestudio:

Funktionalität:
Nun die meisten werden die Abnahmegeräte Names Mikrofon schon einmal in der Hand gehalten haben sie wandeln den Schall in ein elektrisches Signal um welches dann später weiterverarbeitet wird. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen zwei Arten von Mikrofonen die sich in ihrer Art der Schallannahme unterscheiden. Man trennt dabei zwischen Kondensator- oder Dynamischen Mikrofon.

Kondensatormikrofon:
Das Kondensatormikrofonen benötigt eine 48 Volt Phantomspeisung und bei ihnen wird in der Regel nochmal zwischen Groß- und Kleinmembranmikrofonen (bis zu 2,5cm Druchmesser) unterschieden. Dabei sollte man beachten das kleine Membranen sich aufgrund ihres Schwingverhaltens besser für eine saubere Obertonwiedergabe eigenen und deutlich schneller ansprechen. Die Großmembran-Kondensatormikrofone sind dagegen besser um Aufnahmen mit Raumanteilen zu machen (Dabei Mikro in 1-2 Meter Abstand zum Verstärker stellen) und geben bei einem gemäßigten Eingangspegel eine schöne Signaltiefe und strahlende Clean-Sounds.

Dynamisches Mikrofon:
Mit einem dynamischen Mikrofon hingegen lässt sich eine direkte Abnahme sehr gut bewerkstelligen da man relativ wenig Nachhall im Signal hat. Einsatz solcher Mirkofone ist daher am besten im Nahfeld d.h. 1-5cm Abstand zum Verstärker. Normalerweise wird die Tonaufnahme im Mikrofon über ein sogenannte Tauchspule gemacht aber auch hier gibt es andere Bauweisen. So findet man in jedem guten Tonstudio auch sogenannte Bändchenmikrofone die sich durch eine sehr Impulsgetreue Widergabe auszeichnen ( das liegt ma direkteren Schwingverhalten dieser Konstruktion). By the way dynamische Mikrofone beötigen keine Speisespannung und werden daher auch als passiv bezeichnet.

Richtcharakteristik:
Wenn man mit Mikros arbeitet wird man auch mal über den Begriff Richtcharakteristik stolpern. Damit ist der Raumbereich gemeint aus dem das Mikrofon den Schall am besten Aufnimmt. Hier unterscheidet man zwischen Kugel, Acht, Hyperniere, Superniere und Niere. Während ein Mikrofon mit Kugelcharakterisitik von allen Seiten her gleich aufnimmt so ist eine Niere nur von Vorne gleichmäßig auf. Zur Verdeutlichung noch folgende Grafik:

Polar_pattern_omnidirectional_thumbPolar_pattern_figure_eight_thumbPolar_pattern_cardioid_thumbPolar_pattern_supercardioid_thumbPolar_pattern_hypercardioid_thumb

Zum Schluss möchte ich noch auf zwei mir bekante Modelle etwas näher eingehen:

-Shure SM 57 ist der Allrounder unter den Mirkofonen das auf Gitarre und Bass abgestimmt ist aber auch durchaus für Gesangsabnahme geeignet ist. Dabei macht die Nierencharaktereistik es unanfällig für Übersprechen und dank seiner Dynamischen Konstruktion ist es recht unempfindlich  gegen hohen Schalldruck. Eine vergleichbare Alternative wäre das AKG D112.

-Beyerdynamic M69TG Dieses Mikro ist etwas mittenbetonter zeichnet sich daür aber durch eine enorme Robustheit aus und eignet sich hervorragend als Bühnen mic.

Viel Spass beim probieren.

Andi